Literatur in Wohnzimmern

Donnerstag, 06 Dezember 2012 15:20

Klein, fein und familiär – aber kein bisschen spießbürgerlich, so beschreibt Ilse Kretschmer ein neues Projekt des Vereins Unterfeldhaus-AKTIV. Es geht um „Literatur in den Wohnzimmern“. Nicht zu intensiverem Lesen soll motiviert, sondern zu künstlerisch gestalteter Vorlesung geladen werden. Unterfeldhauser werden Gast bei Unterfelhausern.

 An einem Sonntag im April verwandelten sich die Wohnzimmer fünf aufgeschlossener Unterfeldhauser Familien für einen Abend in einen Literatur-Salon. Als Vorleser in Aktion traten fünf Künstler vom Jungen Schauspielhaus Düsseldorf. Wie Ilse Kretschmer berichtet, hatten sie die Idee, in privatem Rahmen eine Lesung zu halten, sofort begeistert aufgenommen. Bei den von den Schauspielern selbst ausgesuchten Stücken wird, in Absprache mit den Organisatoren, die Liebe in einer ihrer zahlreichen Facetten eine Rolle spielen. An Literatur interessierte Unterfeldhauser hatten also die Wahl zwischen fünf unterschiedlichen Lesungen. Dabei erzählten die Künstler auch über die Motivation ihrer Auswahl und ein wenig aus ihren eigenen Schauspielerleben.

Das kulturelle Leben im Stadtteil zu fördern, gehört zu den erklärten Zielen des Bürgervereins. Weiteres Ziel ist, das soziale Miteinander zu stärken. „Literatur in den Wohnzimmern“ verbindet beide Ziele auf reizvolle Art und Weise. Mit-Organisatorin ist neben Ilse Kretschmer, vielen Unterfeldhausern von Veranstaltungen der Kultur-Initiative im Garten-Center Wächter bestens bekannt, die zweite Vorsitzende des Vereins, Barbara Geiss-Kuchenbecker,

Wer laß was:

  • Sina Ebell hatte sich für „Babettes Fest“ von der dänischen Autorin Tanja Blixen (Jenseits von Afrika) entschieden. Eine meisterhafte Erzählung aus Jütland, in der es über Essen und Kochen als Kunstwerk und über die Kunst als Lebensmittel geht.
  • Tina Amon Amonson laß „Der Blick hinter den eisernen Vorhang“ aus Maxie Wanders Buch „Guten Morgen, du Schöne“.
  • Alexander Steindorf präsentierte „Djamiljah“ von dem bekannten, 2008 verstorbenen russischen Schriftsteller Tschingis Aitmatov. Diese in Kirgisien spielende Erzählung gilt als eine der schönsten Liebesgeschichten überhaupt.
  • Julia Dillmann laß „Angst“ - aus den Erzählungen über die Liebe von Anton Tschechow. Sie gelten als novellistische Kleinode über die Kraft der Sehnsucht und das Unvollkommene im Leben und in der Liebe.
  • Bianca Künzel machte ihr Publikum mit Javier Marias, einen der erfolgreichsten spanischen Autoren der Gegenwart bekannt. In „Während die Frauen schlafen“ geht es um einen älteren Mann, der tagaus, tagein ein blutjunges Mädchen am Strand filmt und dabei jedes Detail ihres Körpers aufzeichnet. Was dahinter steckt, erfährt man vor der Abreise.

Und hier ein paar Fotoimpressionen von der erfolgreichen Veranstaltung.

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