6. Bücherbörse - Verleihung des silbernen Lesezeichens

Donnerstag, 13 Oktober 2011 12:23

Jugendliche und Erwachsene in Deutschland verlieren die Lust am Lesen. Das zumindest hat eine kürzlich veröffentlichte Studie der Stiftung Lesen ergeben. Während vor acht Jahren noch fast jeder Dritte zwischen elf und 50 Bücher im Jahr las, schafft dieses Pensum heute nur noch jeder Vierte.
„Angesichts solcher Beobachtungen ist es doch mehr als notwendig und sinnvoll, das zu tun, was wir tun“, erklärte Barbara Geiss-Kuchenbecker, stellvertretende Vorsitzender des Bürgervereins Unterfeldhaus-AKTIV, zur Eröffnung der jährlichen Bücherbörse im Foyer des Rewe-Marktes. Wenn sich auch diese kleine Börse nicht mit der zeitgleich in Frankfurt laufenden Buchmesse vergleichen kann, eins haben sie gemeinsam. Ihr Bestreben, das Buch als wertvolles Kulturgut im Bewusstsein von Groß und Klein zu verankern.

Gute Tradition dieser Bücherbörse ist es geworden, Unterfeldhauser Bürger, die sich um Buch und Lesen verdient gemacht haben, mit dem Silbernen Lesezeichen zu danken. In diesem Jahr überreichte Geiss-Kuchenbecker, stellvertretend für die erkrankte Initiatorin Ilse Kretschmer, die Auszeichnung an Bücherei-Patinnen der Grundschule im Stadtteil. Für die insgesamt neun engagierten Mütter nahmen Tanja Uttendörfer-Jung, Kathrin Paffrath und Heike Wimmel die Auszeichnung entgegen. „Durch Ihre Initiative werden schon Grundschulkinder für das Lesen begeistert und tragen hoffentlich zu einer Trendwende im Leseverhalten bei“, erklärte Geiss-Kuchenbecker anerkennend. Zumindest bei den Kindern der Bücherei-Patinnen klappt das offensichtlich hervorragend. Mia (5), Luzi (6) und die acht Jahre alten Jan, Leon und Melissa lieben Bücher. Die älteren gehören sogar schon zu den Besuchern der beiden städtischen Büchereien. Eine Information, die Kulturamtsleiter Ulrich-Schwab-Bachmann mit besonderer Freude erfüllte. Angesichts des leeren Stadtsäckels sei er stolz darauf, dass Erkrath in beiden großen Stadtteilen noch eine Bücherei betreiben könne. Die Sparte Kultur gehöre zu den freiwilligen Ausgaben einer Stadt und würde oft zu schnell beschnitten. Lob spendete er deshalb dem Bürgerverein Unterfeldhaus-AKTIV für sein vielfältiges Engagement – wie hier speziell im kulturellen Bereich. Vieles, das angesichts erforderlicher Sparmaßnahmen nicht geschieht, würde durch Aktivitäten der Bürger angestoßen und auf den Weg gebracht.

Die Bücherbörse nutzte Tanja Uttendörfer-Jung zu einem Appell an pensionierte Lehrer/innen in Unterfeldhaus. „Nur wer richtig lesen kann, kann auch richtig lernen“, betonte sie und wies auf einen erhöhten Förderbedarf an der Schule in Unterfeldhaus hin. „Viele Kinder brauchen zusätzliche Unterstützung. Durch Lese-Rechtschreib-Störungen oder Eltern, die keine Zeit finden, mit ihnen regelmäßig zu lesen. In großen Klassen können Lehrer dieses Defizit nicht auffangen. Pädagogen im Ruhestand könnten hier einspringen und Hilfe leisten. So wird es bereits an der Regenbogenschule in Hochdahl praktiziert. Es wäre schön, wenn das auch in Unterfeldhaus entstehen könnte.“
Und darauf, wie wichtig Lesenkönnen für die Entwicklung ist, wies Schwab-Bachmann abschließend noch mit dem Satz eines Glücksforschers hin: „Bildung kommt nicht vom Lesen, sondern vom Nachdenken über das Gelesene.“

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